Thematische Sitzung der Linksfraktion zur Jugendpolitik und Jugendförderung in der Stadt Bernau

Publiziert am 15. Okt 2016 in Artikel

Thematische Sitzung der Linksfraktion zur Jugendpolitik und Jugendförderung in der Stadt Bernau

Die Bernauer Linksfraktion traf sich am 12.10.2016 im Jugendklub „Frischluft“ in der Sachtelebenstraße 24 mit Verantwortlichen der Stadt Bernau, des Landkreises, verschiedener Jugendeinrichtungen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Ziel der Veranstaltung war es, über Probleme, Bedarfe und Anregungen einer mittel- und langfristigen Jugendförderung und Jugendpolitik zu diskutieren. Die Stadtverordneten wollten darüber hinaus auch die Konzeptionen und Vorhaben der verschiedensten Bernauer Jugendeinrichtungen, Möglichkeiten der Mitarbeit von Jugendlichen in Vereinen und Formen der Selbstorganisierung junger Menschen bis hin zur Schaffung generationsübergreifender sozio-kultureller Angebote kennenlernen.

Die Fraktionsvorsitzende Dr. Dagmar Enkelmann eröffnete die Veranstaltung und Dominik Rabe, der Vorsitzende des Ausschusses ür Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport, gab eine kurze Einführung in die Thematik.

Bürgermeister André Stahl (DIE LINKE) bezeichnete in seinen Ausführungen die Jugendarbeit als ein sehr komplexes Thema, mit dem in der Schule begonnen werden müsse. Dazu sei es unbedingt notwendig, ein möglichst dichtes, aber trotzdem breitgestreute Netz zu knüpfen, kommerzielle Angebote einzubeziehen und durch ein breitgefächertes Angebot durch verschiedenste Vereine  zu ergänzen. Die Stadt Bernau sehe ihre soziale Verantwortung  im Anspruch auf die Aufrechterhaltung der sieben Jugendeinrichtungen, im Anspruch auf die Qualität in diesen Einrichtungen, aber auch im Anspruch auf eine gewisse Quantität, so Stahl. Ziel müsse es immer sein, Kinder und Jugendliche von der Straße zu holen und ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung  anzubieten, besonders wenn in den Herkunftsfamilien keine großen finanziellen Spielräume seien. André Stahl wies auch darauf hin, dass Veränderungen im Freizeitverhalten der Jugendlichen, aber auch in der Alterszusammensetzung in den einzelnen Stadtteilen zu beachten sind.

Verantwortliche der Jugendeinrichtungen machten deutlich, dass es durch steigende Kosten schwieriger wird, entsprechende Projektangebote für unterschiedliche Alters-und Interessengruppen zu gestalten, da die Zuweisungen für bestimmte ständige Kosten seit 2009 eingefroren seien. Deshalb erwarten sie vom Leistungsvertrag mit dem Landkreis deutliche Verbesserungen. Frau Dankert (Landkreis Barnim) wies darauf hin, dass auch Nachverhandlungen möglich seien, wenn Ziele klar und es erkennbar sei, wohin die Reise gehen soll.

Von den Verantwortlichen der Einrichtungen wurde mehrfach geäußert, dass der Trend in der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen dahin geht, Kiez- und Sozialraum-bezogener innerhalb eines größeren Einzugsbereiches, aber auch generationsübergreifender, zu arbeiten.

In der Diskussion machte Frau Timmermann (Stadtverwaltung Bernau) deutlich, dass bisher immer Geld für konkrete Maßnahmen beantragt wurde. Nun sei jedoch das Ziel am wichtigsten und weniger die Methode, die relativ frei gewählt  und unter Umständen auch korrigiert werden könne.

Folgende Probleme wurden von verschiedenen Teilnehmern ganz offen benannt:

  • die schlechte Erreichbarkeit einiger Jugendeinrichtungen, besonders auch für Flüchtlingskinder
  • Angebote, die oft nicht, wie ursprünglich  erwartet,  angenommen werden
  • die Bekanntheit der entsprechenden Einrichtung.

Eingeschätzt wurde, dass insgesamt 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Jugendeinrichtungen erreicht werden, ein großer Teil in anderen Vereinen eingebunden ist, aber ein bestimmter Teil auch nicht erreicht werden möchte. Einig waren sich am Ende dieser Veranstaltung alle darüber, dass in unseren Jugendeinrichtungen, besonders  durch den Wandel in unserer Gesellschaft, die Vermittlung demokratischer Grundwerte und eine allgemeiner Wertschätzung  im Umgang miteinander  gelebt und somit erlebt werden muss. Ebenso gilt es, über Beteiligungsprojekte den Kindern und Jugendlichen mehr Mitbestimmung unter Zurücknahme, aber Hilfestellung durch Erwachsene, zu ermöglichen.

Über eine gute Zusammenarbeit, auch mit Hilfe des Leistungsvertrages,  ist der dafür notwendige finanzielle Rahmen zu erstellen. Die Diskussion zu dieser wichtigen Thematik wird und muss natürlich ihre Fortsetzung finden, darüber waren sich am Ende der Veranstaltung alle einig.

Text: Heidi Scheidt

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