Fragen und Antworten zum Neuen Rathaus

Publiziert am 3. Feb 2017 in Artikel

Fragen und Antworten zum Neuen Rathaus

In ihrer Sitzung am 13. Oktober 2016 beschloss die Bernauer Stadtverordnetenversammlung nach hitzigen Diskussionen mit breiter Mehrheit, die Planung und Realisierung des neuen Rathauses an der Ecke Bürgermeisterstraße/Grünstraße in der bisherigen Form fortzuführen, also mit einer gegenwärtigen Kostenschätzung in Höhe von 15,8 Millionen Euro. Im Folgenden sollen die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema beantwortet werden.

Warum braucht Bernau ein neues Rathaus?

Das über 200 Jahre alte Rathaus ist inzwischen viel zu klein. Die Verwaltung ist mittlerweile auf sieben Standorte in der Stadt verteilt. Die Folgen:

  • lange Wege oder Umwege für die Bürger*innen bei Behördengängen, lange Wege auch für die Verwaltungsmitarbeiter*innen
  • Nachteile für mobilitätseingeschränkte Personen, da die Gebäude nur teilweise barrierefrei zugänglich sind
  • Platzmangel durch steigende Anzahl der Verwaltungsmitarbeiter*innen. Diese Steigerung ist aufgrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums notwendig geworden.

Könnte man nicht das Gebäude in der Bürgermeisterstraße 25 zum neuen Rathaus umbauen?
Grundsätzlich wäre das möglich, allerdings eignet sich das vorhandene, 1965 errichtete Gebäude nicht für einen Umbau zum neuen Rathaus. Es ist zu klein und laut einem Expertengutachten wäre es aufgrund der statischen Gegebenheiten äußerst unwirtschaftlich, dort eine Aufstockung vorzunehmen. Deswegen soll das Haus abgerissen und ein neues Gebäude errichtet werden.

Gäbe es keinen anderen Standort für ein neues Rathaus?
Bei der mehr als zehnjährigen Diskussion um das neue Rathaus wurden mehrere Standorte betrachtet. Insbesondere wurde immer wieder das Gelände am sogenannten Ladeburger Dreieck (ugs. „Krankenhausparkplatz“) ins Spiel gebracht. Die vertiefende Standortuntersuchung ergab jedoch, dass die Innenstadt geschwächt würde, wenn das neue Rathaus an dieser Stelle gebaut würde. Ein Neubau in der Innenstadt wird die Innenstadt hingegen langfristig stärken. Die Mehrheit der Stadtverordneten entschied sich daher im Jahr 2013 für diesen Standort im Stadtzentrum.

Welche Vorteile bringt das neue Rathaus den Bürger*iinnen?
Sie bekommen quasi den gesamten Service ihrer Verwaltung in einem Gebäude. Neben den Stadtverordnetenversammlungen können in dem im Haus eingeplanten Multifunktionssaal vielfältige kulturelle und städtische Veranstaltungen stattfinden. Von der Dachterrasse können Sie den Ausblick auf Bernau genießen.

Wurden die Bürger*innen einbezogen?
Die Diskussion um ein neues Rathaus für Bernau wird seit mehr als zehn Jahren öffentlich geführt. Es wurden zwei Architekturwettbewerbe durchgeführt, mehrere Workshops mit Bürger*innen-Beteiligung und eine Untersuchung zum Standort. Im Ergebnis des zweiten Architekturwettbewerbes wählte eine Jury im Herbst 2014 einstimmig den jetzigen Entwurf für das neue Rathaus zum Sieger. Anschließend gab es eine Ausstellung mit allen Rathausentwürfen, die mehrere Wochen öffentlich besichtigt werden konnte.

Was passiert mit dem historischen Rathaus?
Das Rathaus am Marktplatz wird weiter genutzt, beispielsweise für Trauungen. Außerdem werden der Bürgermeister und die ihm direkt zugeordneten Bereiche weiter im alten Rathaus arbeiten. Die Mitarbeiter*innen der vier Dezernate der Stadtverwaltung, die derzeit noch an sieben Standorten tätig sind, werden künftig fast alle im neuen Rathaus erreichbar sein.

Wieso war erst von Kosten in Höhe von 9,8 Millionen Euro die Rede und wird jetzt von 15,8 Millionen Euro ausgegangen?
Noch im Architekturwettbewerb 2014 war man von 9,8 Millionen ausgegangen. Dieser Kostenansatz war zu gering und laut Bürgermeister André Stahl „schlicht und ergreifend falsch“. Mit der nun vorliegenden Vorplanung ist erstmals eine realistische Kostenschätzung möglich. Durch die Kostensteigerung bei den Baupreisen und zusätzliche Änderungen wie die Einrichtung einer Dachterrasse, einer Aussichtsplattform und eines Multifunktionssaals sowie einen deutlich höheren energetischen Standard steigen die Kosten um rund 1,4 Millionen Euro.

Sind 15,8 Millionen zu viel für einen solchen Verwaltungsbau?
Nein, die ermittelten Kosten liegen im durchschnittlichen Bereich für ein Büro-bzw. Verwaltungsgebäude mit mittlerem Standard.

Zahlt die Stadt diesen Neubau ganz alleine?
Nein. Von den derzeit geschätzt 15,8 Millionen Euro kommen mindestens 1,7 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land hinzu. Weitere Fördergelder in Höhe von 4 Millionen Euro sind beantragt.

Werden wegen des Rathausneubaus andere geplante Bauvorhaben nicht realisiert?
Natürlich kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden. Fakt ist: Für alle bislang von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Bauvorhaben sind die entsprechenden Finanzmittel im Haushalt eingeplant. So sind zum Beispiel in den kommenden Jahren der Bau einer neuen Kita, der Bau der Entlastungsstraße und diverse Instandhaltungsmaßnahmen an Schulen und Kitas vorgesehen. Auch bei den freiwilligen Leistungen (bspw. den Zuschüssen für Kultur-, Sport- und soziale Vereinsarbeit, der Milch- und Obstversorgung an Schulen oder den 100 Euro „Begrüßungsgeld“ für Bernauer Babys) sind keine Änderungen geplant.

Wann soll mit dem Bau begonnen werden und wann soll das neue Rathaus stehen?
Im kommenden Frühjahr soll das Haus in der Bürgermeisterstraße 25 abgerissen und anschließend mit dem Neubau begonnen werden. In 2020 soll das neue Rathaus bezogen werden.

Wurde an die Sicherheit der benachbarten Gebäude (wie St.-Marien-Kirche, Laubenganghaus) gedacht?

Ja, schon in der Vorplanung wurden Sicherungsmaßnahmen der Umgebungsbebauung berücksichtigt. Der Zustand der Nachbargebäude soll dokumentiert werden und es wurden frühzeitig Statiker*innen und Bodengutachter*innen einbezogen, um die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen zu planen. Auch für archäologische Untersuchungen sind finanzielle Mittel eingeplant.

Was passiert in der Zwischenzeit mit den Ämtern, die jetzt noch in der Bürgermeisterstraße 25 sitzen?

Die bislang dort ansässigen Ämter ziehen für die Bauzeit in die Zepernicker Chaussee 45 neben dem Comfort-Hotel.

Wird die Bürgermeisterstraße während der Bauarbeiten zur Baustraße?

Nein, die Anfahrt der Baufahrzeuge ist über die Tuchmacherstraße und die Grünstraße vorgesehen. Die Abfahrt erfolgt über die Mühlenstraße (um das Mühlentor herum). Die Bürgermeisterstraße bleibt geöffnet und kann bis zum Bauzaun am oberen Ende des Laubenganghauses wie bisher für Märkte und Veranstaltungen genutzt werden. Auch der größte Teil des Marktplatzes soll weiter zur Verfügung stehen. Für Fußgänger*innen wird es einen Durchgang von der Bürgermeisterstraße zur Mühlenstraße/Kirchgasse geben. Alle Geschäfte in der Bürgermeisterstraße und am Marktplatz bleiben weiter zugänglich.

Quelle: Stadt Bernau.