Grüner Berg am Stadtrand

Publiziert am 9. Dez 2014 in Artikel

Grüner Berg am Stadtrand

Am 5.12.2014 fand eine Begehung der ehemaligen Mülldeponie „Ogadeberge“ statt. Anlass war das Ende der Rekultivierung des Areals. Die Stadtverwaltung hatte auch die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung dazu eingeladen. Für die Linksfraktion berichtet die Stadtverordnete Heidi Scheidt von dem Vor-Ort-Termin.

Ja, es ist wirklich ein „Grüner Berg“ geworden, der den östlichen Stadtrand Bernaus prägt, aber auch noch von der Westseite der Stadt zu erkennen ist. Was dort in knapp 10 Jahren mit sehr viel Geld, insgesamt 6,5 Millionen Euro, entstanden ist, zeigt den verantwortungsvollen Umgang mit Altlasten und wie eine zukunftsgerechte Sanierung zu realisieren ist.

Unter anderem waren folgende Maßnahmen notwendig:

  • 160.000 Kubikmeter Abfall wurden umgelagert,
  • über die gesamte Deponie wurde eine quellfähige Dichtungsbahn für die Aufnahme der Bodenfeuchtigkeit gelegt,
  • darüber kamen Kunststoffdichtungsbahnen, die verschweißt wurden,
  • es wurden 100.000 Kubikmeter mineralischer Baustoffe (Rekultivierungs- und Oberboden), natürlich kontrolliert und zertifiziert, als ein Meter starke Oberschicht aufgebracht,
  • vier sogenannte passive Entgasungsfenster wurden eingearbeitet, um eventuell entstehendes Verrottungsgas (Methangas) durch eine Rindenmulchschicht schadlos, weil oxidiert, entweichen zu lassen,
  • anschließend wurde Gras ausgesät und in diesem Jahr 8.950 Gehölze gesetzt.

Die Abfallumlagerung diente der Erhöhung der Standsicherheit der Böschungen, die Abdichtungen mit den genannten Dichtungsbahnen leiten das Regenwasser ab. Das tritt am Fuß des Deponiekörpers unbelastet aus, wird in einem Rückhaltebecken gesammelt und kann bei Bedarf kontrolliert über die Regenentwässerung abgeleitet werden. Während der genannten Arbeiten wurden zwei interessante Entdeckungen gemacht: Es wurden Zauneidechsen gefunden und das in unseren Regionen seltene Braunkehlchen war auch heimisch geworden. Für diese Tierarten wurden neue Lebensräume geschaffen, um sie an diesen Standorten zu halten.

Bedauerlicherweise wird die Deponie noch ca. zwanzig Jahre nicht frei zugänglich sein, weil das Landesamt für Umwelt eine zwanzigjährige Nachsorge betreiben muss. Bspw. sind regelmäßige Grundwasserkontrollen und Messungen, ob und wie stark sich die Deponie setzt, durchzuführen. Aber nach dieser Zeit wird dieses Gelände sicher ein attraktiver Ort mit vielleicht einem Aussichtsturm für Bernauer_innen und Besucher_innen, der davon kündet, dass man aus Fehlern der Vergangenheit lernen und etwas Schönes für die Zukunft gestalten kann.

von Heidi Scheidt

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