Leserbrief von Heidi Scheidt: Regionalplaner ignorieren die Bürger

Publiziert am 29. Feb 2016 in Artikel

Leserbrief von Heidi Scheidt: Regionalplaner ignorieren die Bürger

Leserbrief zum Artikel „Ja zu Windspargel im Liepnitzwald“ (MOZ-Ausgabe vom 24. Februar).

Nun steht es mit 9 Ja-Stimmen also fest: Im Planungsausschuss der Regionalen Planungsgemeinschaft Uckermark-Barnim spielen sachliche Bedenken und langjährige ernsthafte Bürgerproteste offensichtlich keine große Rolle.

Das Gremium setzte sich am Montag in Angermünde über alle auch noch in der Veranstaltung geäußerten Bedenken hinweg  und empfahl  der Regionalversammlung, am 11.04.2016 in Eberswalde das abgestimmte Planungspaket mit enormen Windeignungsflächen, auch in Wäldern, sowie großflächigen Kies- und Tonarealen,  zu beschließen.

Einige Mitglieder des Ausschusses zeigten in Wortmeldungen sogar eine nicht zu überhörende Arroganz gegenüber Andersargumentierenden. Offensichtlich stehen langfristige wirtschaftliche Interessen vor den Interessen zum nachhaltigen Schutz des Menschen und der Natur.

Beabsichtigt oder rein zufällig war an diesem Tag ein zweiter Artikel auf der gleichen Seite unmittelbar daneben angeordnet.

Und hier ging es um etwas sehr Vernünftiges mit der Überschrift: Warum ist Waldschutz so wichtig?

Zum Schutz des Waldes wird es an diesem Donnerstag zum 11. Mal in Eberswalde ein Winterkolloquium mit über 220 Teilnehmern aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Verwaltung geben. Hier konnte man u.a. nachlesen:

„Der Schutz und Erhalt des Waldes ist nicht nur Gesetzesauftrag, sondern auch oberstes Prinzip der nachhaltigen forstlichen Bewirtschaftung. J e g l i c h e r   Waldverlust, auch eines bisher noch so naturfernen Kiefernforstes, hat negative Auswirkungen auf das K l i m a , den B o d e n  und die L a n d e s k u l t u r. “ Es gibt also auch noch andere, vernünftige Sichten auf die Waldproblematik.

Und damit schließt sich der Bogen zum ersten Artikel. Nutzen wir die verbleibende Zeit bis zum 11.04.2016.  Die Regionalversammlung kann auch anders entscheiden.

Heidi Scheidt, Bernau

1 Kommentar

  1. Diesen 9-Zeiler zum Umgang mit unseren Wäldern habe ich vor kurzem auf einer Info-Tafel im Küstenschutzwald bei Lubmin am Greifswalder Bodden gefunden:
    Der Wald
    Ich bin der Wald – ich bin uralt.
    Ich hege den Hirsch – ich hege das Reh.
    Ich schütz` Euch vor Sturm, ich schütz´ Euch vor Schnee.
    Ich wehre dem Frost, ich wahre die Quelle,
    ich hüte die Scholle, ich bin immer zur Stelle.
    Ich bau´ Euch das Haus, ich heiz´ Euch den Herd.
    Darum Ihr Menschen – haltet mich wert.

    Vielleicht sollte man diese Zeilen abrufbereit im Kopf haben.

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